verdi erfolglos: Amazon verlängert Bestellfrist für Weihnachtsgeschenke

Der alljährliche Streik der verdi Gewerkschaft bleibt auch in diesem Jahr nicht aus. Wie gewohnt, versucht die Gewerkschaft, mit fiesen Methoden gegen Amazon anzukämpfen und durch einen in der Weihnachtszeit stattfindenden Streik den Druck zu erhöhen. Glücklicherweise erfolglos.

 

Dieser Beitrag distanziert sich etwas von meinen üblichen Themen im Blog, er gehört zur Kategorie E-Commerce. Da Ich bereits einige Beiträge über Amazon geschrieben habe, möchte Ich auch heute Stellung zum Weihnachtsgeschäft beim Onlinehändler nehmen.

 

(Selbstverständlich handelt es sich hier um eine subjektive Meinung, die zur Diskussion freigegeben ist. Kommentare und Anregungen sind erwünscht!)

 

verdi: Bezahlung nach Einzelhandelstarif

verdi fordert, dass Amazon die Logistikmitarbeiter nach dem im Einzelhandel üblichen Tarif bezahlt. Bisher werden die Mitarbeiter über die Lohngruppe „Logistik“ entlohnt. Die Forderung wird damit begründet, dass Amazon ein Onlineshop sei und damit zum Einzelhandel gehöre.

Durchgesetzt soll diese Forderung mit möglichst aggressiven Streiks, die vor allem in der Hauptsaison des Weihnachtsgeschäfts stattfinden. Der Erfolg dieser Streiks bleibt jedoch aus. Anders, als in den Medien suggeriert, nehmen nur sehr wenige Mitarbeiter am Streik teil. Die Streiks konzentrieren sich zudem nur auf wenige Logistikzentren.

Klage gegen Sonntagsarbeit

verdi versuchte, gegen die Sonntagsarbeit am 4. Advent für die beiden Versandzentren in zu klagen. Die Klage scheiterte vor dem Gericht, sodass die Arbeit ohne Auswirkungen ausgeführt wird.

 

 

Falsches Bild in den Medien

In den Medien, vor allem im TV, wird ein Bild erzeugt, dass Schlimmes befürchten lässt: Kunden haben Angst, dass die Weihnachtsgeschenke nicht mehr rechtzeitig ankommen.

Da keine genauen Zahlen genannt werden, entsteht oft der Eindruck, dass bundesweit viele Standorte betroffen wären. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um einen Streik mit sehr geringem Ausmaß. Laut heise online hat es sogar Mitarbeiter gegeben, die sich freiwillig zur Sonntagsarbeit meldeten.

 

Amazon Kunden nicht betroffen

Amazon Bestellfristen für deutsche Kunden
Amazon Bestellfristen für deutsche Kunden (nur für Produkte, die von amazon.de verkauft werden)

 

Amazon konterte geschickt und verlängerte die Bestellfrist für Weihnachtslieferungen sogar. Pakete, die mit dem Standardversand verschickt und von Amazon selbst verkauft werden, können in Deutschland bis zum 22.12 um 12 Uhr bestellt werden, damit sie pünktlich zu Weihnachten ankommen. Amazon Prime Mitglieder können sogar bis 23.12 bestellen (Ausnahmen werden auf den Produktseiten angegeben).

 

 

 

 

Wie geht es weiter?

Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass Amazon dem Streik nachgeben und die Lohnerhöhung durchführen wird. Zwar bietet Amazon keine Spitzenlöhne, man sollte jedoch bedenken:

  • Es handelt sich um niedrig qualifizierte Jobs
  • Amazon kann die Mitarbeiter durch Roboter ersetzen
  • Amazon hat bereits einige Logistikzentren nach Polen verlegt

Für Studenten, Arbeitslose und Nebenjobber sind die Zeitarbeitsverträge für das Weihnachtsgeschäft immer noch eine gute Möglichkeit, sein Einkommen aufzubessern.

Die Streiks bewirken langfristig eher die Streichung von Arbeitsplätzen durch den Einsatz von Robotern oder die Verlagerung in benachbarte Niedriglohnländer.

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