Bitcoin – Breitentauglich?

Der 2009 ins Leben gerufene Bitcoin gewann in vergangener Zeit an erheblicher Bedeutung.

Wie bereits in meinem Bitcoin-Artikel vom 23.11  beschrieben, erfuhr der Euro-Kurs seine Höhen und Tiefen. Von 150€ / BTC im dritten Quartal 2013 stieg der Kurs nach und nach auf 600€, dann bis auf über 800€. Kurz darauf stürzte der Kurs ein und stoppte bei einem Niveau von ca. 400€. Zum Ende des Jahres (Mitte Dezember) war der Preis nach wie vor von nicht unwesentlichen Schwankungen geprägt. In den letzten Wochen bzw. nahezu über den ganzen Januar hielt sich der Kurs ziemlich konstant bei ca. 600€.

 

Währungen haben Werte. Kurse haben Gründe.

Der Bitcoin gewann neben dem Wert auch an Relevanz für Unternehmen. Dieser Frage, der Breitentauglichkeit des Bitcoin, möchte Ich mich heute stellen.

Es ist zu beobachten, dass der Bitcoin mit seinen Vorteilen wie dem instant payment und der Anonymität auch in Unternehmen eine wachsende Akzeptanz genießt. Erst kürzlich führte Overstock.com den Bitcoin als Zahlungsmittel im Online-Shop ein. Dazu sei gesagt, dass OverStock der größte in den USA mit Amazon konkurrierende Onlineshop ist. Bei Overstock handelt es sich zwar seitens des Käufers um ein übliches Bitcoin Payment. Der Online-Shop allerdings hat sich, offensichtlich aufgrund der Kursschwankungen, abgesichert und tauscht erhaltene Bitcoins automatisch in bares Geld um. Das bedeutet: Der Kunde zahlt Bitcoins, der Verkäufer erhält Bargeld.

Diese Zahlungsmöglichkeit ( Direkter Bitcoin -> Euro Tausch)  ist zwar nicht die Optimalste für den Bitcoin, trotzdem hat Overstock einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Breitentauglichkeit von Bitcoins genommen. Der Einstieg eines so großen Unternehmens in die Welt der kryptografischen Währung ist immer noch eine Seltenheit. So profitiert neben den Bitcoin-Besitzern, die nun eine große Akzeptanzstelle gewonnen haben, auch das Unternehmen, dem durch die Zahlungsintegration zahlreiche Schlagzeilen beschert wurden.

Der Glanz von Zahlungsschnelligkeit, kryptografischer Sicherheit und Anonymität birgt leider Nebeneffekte, die gewerbliche Händler von der Akzeptanz abhalten. Der wohl größte Faktor sind die Kursschwankungen. Das entstehende Risiko der möchte verständlicherweise kein Gewerbe tragen. Es kann schließlich passieren, dass der Bitcoin innerhalb von 48 Stunden einen Kursverlust in Höhe eines zweistelligen prozentualen Bereichs erleidet. Dies ist keine utopische Vorstellung, denn in ausreichendem Maße hat der Bitcoin-Kurs uns seine Fähigkeit dafür bewiesen.

Neben dem Wertverlust, dessen Risiko beim Empfänger liegt, haben auch Unklarheiten eine Abwendung zum Bitcoin zur Folge. Nach wie vor ist in vielen Ländern unklar, wie steuerrechtlich mit der virtuellen Währung umgegangen werden soll. Deutschland jedenfalls hat neben der grundsätzlichen Steuer auf gewerbliche Erträge eine zum Beginn des Jahres 2014 gültige Steuerverpflichtung für private Bitcoin Handelserträge eingeführt.

Mit der Zeit gehen

Trotz der Nachteile für den gewerblichen Gebrauch von Bitcoins hat eine mehr oder weniger geringe Anzahl von Unternehmen den Einstieg gewagt. Darauf möchte Ich im folgenden Teil eingehen. Dazu stelle ich die drei, nach meiner Meinung wichtigsten, Akteure vor.

 

Overstock.com –  Habe ich im Artikel bereits vorgestellt. Dieser Shop wird sicherlich einen erheblichen Einfluss auf die Bitcoin Bekanntheit im amerikanischen Raum haben.

 

Takeaway.com – Anbieter für Online-Restaurantbestellungen mit 14.000 Lieferdiensten. Der Service ist auch in Deutschland sehr verbreitet und wird uns in Zukunft begleiten. Der Nachzug der Konkurrenz ist nicht all zu unwahrscheinlich.

Kleinere Betriebe – Kleinere Betriebe z.B. Cafes (vor allem in Großstädten) akzeptieren Bitcoins als Zahlungsmittel. Meiner Meinung nach sehr schön, um die Verbreitung der Bitcoins zu betrachten. Vor nicht all zu langer Zeit waren Bitcoins noch reine Hacker-Utensilien. Nur wenige Jahre später werden Bitcoins schon zur Bezahlung im Cafe oder Restaurant benutzt.

 

Fazit

Die wachsende Akzeptanz hat zahlreiche Vorteile. Neben dem Gegenwert für bestehende Besitzer, wird das Interesse von Leuten geweckt, die bisher nichts mit Bitcoins am Hut hatten. Dies wäre eine weitere Verbreitung des Bitcoins, die dem Bitcoin in Bezug auf die Breitentauglichkeit zu Gute kommt.

Es entsteht ein Kreislauf. Unternehmen akzeptieren Bitcoins, Verbraucher bringen dem System ein größeres Vertrauen entgegen. Unternehmen wollen der Nachfrage der Bitcoin Akzeptanz entgegenkommen. Neue Käufer wecken Interesse und Vertrauen. Unternehmen sehen, dass eine Integration des Systems sinnvoll wäre.

Dem zufolge könnte sich der Bitcoin zukünftig zu einem breitentauglichen „Netzwerk“ entwickeln, dass auch für Leute, die das Internet als Neuland betrachten, interessant wird.

 

3 Gedanken zu „Bitcoin – Breitentauglich?

  • 31 Januar, 2014 um 11:44
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    „Deutschland jedenfalls hat eine zum Beginn des Jahres gültige Steuerverpflichtung für Bitcoin Handelserträge eingeführt.“

    Das ist nicht ganz richtig, Gewerbliche Handelserträge in Bitcoin waren schon immer steuerpflichtig. Man hat es nur noch offizell bekannt gegeben und damit auch gesagt, war sehr wichtig ist: Aus Sicht der Regierung ist der Bitcoin als legales Zahlungsmittel akzeptiert. 🙂

    „Der Online-Shop allerdings hat sich, offensichtlich aufgrund der Kursschwankungen, abgesichert und tauscht erhaltene Bitcoins automatisch in bares Geld um.“

    Was sollte Overstock auch sonst machen? Solange die Lieferanten, Mitarbeiter, etc. noch keine Bitcoins akzeptieren ist dies für ein Unternehmen die einzige vernünftige Lösung und hoffentlich nur eine Temporäre. Abgesehen davon wird Overstock wahrscheinlich nicht in Bargeld sondern in Buchgeld wechseln. 😉

    Sehr guter Artikel übrignes.

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    • 31 Januar, 2014 um 17:06
      Permalink

      1. Danke für den Einwand! Du hast Recht. Den Artikel habe ich dem entsprechend angepasst.

      Der Online-Shop allerdings hat sich, offensichtlich aufgrund der Kursschwankungen, abgesichert und tauscht erhaltene Bitcoins automatisch in bares Geld um.

      „Was sollte Overstock auch sonst machen? Solange die Lieferanten, Mitarbeiter, etc. noch keine Bitcoins akzeptieren ist dies für ein Unternehmen die einzige vernünftige Lösung und hoffentlich nur eine Temporäre. Abgesehen davon wird Overstock wahrscheinlich nicht in Bargeld sondern in Buchgeld wechseln.“

      Momentan scheint dies die einzig sinnvolle Möglichkeit zu sein. Das habe Ich versucht, explizit darzustellen. Es soll deutlich werden, dass der Bitcoin ein für Unternehmen noch risikohaftes Zahlunsgmittel ist und vor allem, dass der Bitcoin bisher keine eigenen Wirtschaftskreisläufe bildet. Bisher wird der Bitcoin (verständlicherweise) oft noch in konventionelle Währungen umgetauscht.

      Danke für deine Meinung! 🙂

      Antworten
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